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Zugewinn und Erbe in der Ehe

Welche Auswirkungen hat die Heirat auf Vermögen der Eheleute?

Wird nun alles eins? Wenn es zu Trennung und Scheidung kommt – wie werden die geschaffenen Werte aufgeteilt?
Grundsätzlich gilt, dass bei einer Eheschließung eingebrachtes Vermögen nicht gemeinsames Vermögen wird, sondern weiterhin Vermögen desjenigen Ehepartners bleibt, der es in die Ehe mitgebracht hat. Das gilt auch, wenn während der Ehe ein Ehepartner Vermögen erwirbt, sei es durch Kauf, Schenkung oder auch durch eine Erbschaft. Dieser „gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft“ gilt für alle Eheleute, die keinen Ehevertrag geschlossen haben. Gemeinsames Vermögen entsteht nur an gemeinsam angeschafften Sachen.
Ansonsten gibt es gemeinsames Ehevermögen nur, wenn die Eheleute einen notariellen Ehevertrag schließen und in diesem die Gütergemeinschaft vereinbaren. Da Vertragsfreiheit herrscht, kann notariell auch genau das Gegenteil vereinbart werden – die Gütertrennung. Die Unterschiede sind gravierend, wenn die Ehe beendet wird, sei es durch Versterben eines Ehepartners oder durch Scheidung: Bei Gütertrennung hat und behält jeder seins. Bei der Gütergemeinschaft wird das gemeinsame Vermögen hälftig geteilt, d. h. nach dem Tod des einen Ehepartners behält der andere eine Hälfte, die andere Hälfte steht den Erben zu – zu denen natürlich meist auch der hinterbleibende Ehepartner gehört, beim Ehegattentestament sogar er nur allein, sonst neben den Kindern des Verstorbenen.
Einen notariellen Ehevertrag schließen jedoch die Allerwenigsten. Bei allen anderen – was wohl für 99 Prozent aller Ehepaare zutrifft – kommt es auf den Zugewinn an: Entscheidend ist dabei, um wie viel sich das Vermögen einerseits des einen, andererseits des anderen Ehegatten von Heirat bis Eheende erhöht hat. Übersteigt dieser Zugewinn des einen den Zugewinn des anderen Ehepartners, kann bei einer Scheidung derjenige ohne oder geringeren Zugewinn vom anderen Ehegatten die Hälfte von dessen Überschuss als sogenannten Zugewinnausgleich verlangen. Endet dagegen bei der Zugewinngemeinschaft die Ehe durch Tod eines Partners, erhält der hinterbleibende Ehegatte pauschal ein Viertel des Nachlasses des Ehepartners als Zugewinn, und erbt daneben – ohne Testament nach gemäß Gesetz ein weiteres Viertel (dann also insgesamt ein Halb), oder eben so wie es im Testament geregelt ist.
Dieser Zugewinn entfällt völlig bei einer Gütertrennung. Im Erbfall erhält der hinterbliebene Ehepartner also nur ein Viertel, wenn nicht testamentarisch etwas anderes geregelt wurde.

Volker Baum, Hennigsdorf und Kremmen
Fachanwalt für Familienrecht seit 2002

 

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